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Davos 2021: Putins Rede im Überblick

Europa
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Am 27. Januar sprach der russische Präsident Wladimir Putin zum ersten Mal seit 2009 auf dem Wirtschaftsforum in Davos, das dieses Jahr online stattfindet. Hier eine kurze Zusammenfassung der Kernaussagen Putins.

Globale Situation: Direkte Parallelen sind unmöglich, aber einige Experten vergleichen die Weltlage mit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. „Und ich teile ihre Meinung.“

Auswirkungen von Covid-19: Die Pandemie hat die angestauten Widersprüche in der Welt verschärft. Heute kann man „eine scharfe Polarisierung der öffentlichen Ansichten, das Anwachsen des Populismus, des Rechts- und Linksradikalismus, eine Verschärfung und Verschlimmerung innenpolitischer Prozesse, auch in führenden Ländern, beobachten.“

Gefahr globaler Konflikte: Die Verlängerung von Start 3 ist ein Schritt in die richtige Richtung, um einen globalen Konflikt zu vermeiden. Die Widersprüche der Welt sind jedoch „verknäult“, so dass sich die Situation unvorhersehbar und unkontrollierbar entwickeln kann. Wenn nichts unternommen wird, „besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit einem echten Zusammenbruch der Weltentwicklung konfrontiert werden, der mit einem Kampf aller gegen alle verbunden ist“.

Weltwirtschaft:  „Die Welt kann nicht den Weg gehen, eine Wirtschaft aufzubauen, die nur für eine Million Menschen oder gar eine ‚goldene Milliarde‘ funktioniert.“ Es ist wichtig, „sowohl eine Verringerung der sozialen Ungleichheiten innerhalb einzelner Länder als auch eine schrittweise Konvergenz des wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus der verschiedenen Länder und Regionen des Planeten zu erreichen.“

Belebung der Wirtschaft: „Im vergangenen Jahr gingen weltweit rund 250 Millionen Arbeitsplätze verloren. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres belief sich der weltweite Verlust an Arbeitseinkommen auf 3,5 Billionen Dollar, und er wächst weiter. Für einen Aufschwung nach der Krise sind die derzeitigen makroökonomischen Stimulierungsmaßnahmen kaum geeignet.“

Technologiegiganten: Technologische Riesenkonzerne können in einer Reihe von Bereichen mit Staaten konkurrieren. „Aus Sicht der Unternehmen selbst ist ihre Monopolstellung optimal für die Organisation ihrer technischen und geschäftlichen Prozesse. Aber die Gesellschaft stellt sich die Frage: Inwieweit entspricht ein solches Monopol dem öffentlichen Interesse?“

Unipolare Welt: Die Ära des Versuchs, eine unipolare Welt aufzubauen, ist vorbei. „Real gesehen Tat gibt es überall auf der Welt unterschiedliche Entwicklungszentren mit eigenen Modellen, politischen Systemen und sozialen Institutionen. Und heute ist es extrem wichtig, Mechanismen für die Harmonisierung ihrer Interessen zu entwickeln.“

Beziehungen zu Europa: Russland ist bereit für einen ehrlichen Dialog mit Europa und wird sich darum bemühen. „Aber Liebe ist unmöglich, wenn sie nur von einer Seite erklärt wird, sie muss gegenseitig sein.“

Erstveröffentlichung auf [hrsg/russland.NEWS]


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