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China vergrößert seinen Fußabdruck in den Medien des Balkans, so das Ergebnis einer Studie

Naher Osten
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Eine am Mittwoch vorgestellte Studie kommt zu dem Schluss, dass China seine Präsenz in den Medien der gesamten Region erhöht.

Eine am Mittwoch vorgestellte Studie von Vladimir Shopov, einem Experten für Außenbeziehungen und Gastwissenschaftler des European Council on Foreign Relations (ECFR), kommt zu dem Schluss, dass sich China im Mediensektor in Südosteuropa positioniert.

Im Rahmen der Studie "Getting on the Radar: China's Rising Media Presence in South-East Europe", führte Shopov nach eigenen Angaben von September bis November 40 Interviews in acht Ländern mit verschiedenen "Medienexperten, Journalisten, Politikanalysten und Forschern, Universitätsdozenten, Diplomaten, Politikern und Geschäftsleuten". Der Autor nutzte auch Desk Research.

"China schafft einen zunehmend ausgefeilten Rahmen für die Medienkooperation sowohl mit staatlichen als auch mit privaten Medieninstitutionen", stellt der Bericht fest und fügt hinzu, dass der Fokus zwar "größtenteils auf Wirtschaft und Business" liege, sich aber "allmählich auf die Politik ausweitet" - mit überwiegend positiver und faktenbasierter Berichterstattung und "wenig kritischen Inhalten".

Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlicht wurde, geht auf jedes Land des Westbalkans im Detail ein.

Er stellt fest, dass Chinas Xinhau News Agency offizielle Kooperationsvereinbarungen mit den Gegenagenturen in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Serbien hat, wo häufig Studienbesuche für lokale Journalisten in China organisiert werden. Studienbesuche werden auch in Kroatien und Montenegro organisiert, obwohl es dort keine umfassenden Kooperationsverträge gibt.

Kostenlose chinesische Inhalte, wie z.B. Dokumentarfilme "über Chinas Regierungssystem", wurden im Rahmen eines Abkommens zwischen den jeweiligen öffentlich-rechtlichen Sendern 2019 nach Albanien gebracht, so der Bericht.

Albanische Medien berichten hauptsächlich über die bilateralen chinesischen Beziehungen und führen Interviews mit chinesischen Beamten. Die chinesische Botschaft hat junge Leute ermutigt, über Chinas Umgang mit der Pandemie zu schreiben.

Im Gegensatz zu den Xinhua-Korrespondenten in Albanien, die nicht sehr aktiv sind, üben sie in Bosnien und Herzegowina Aktivitäten aus, die über den Journalismus hinausgehen, wie zum Beispiel Vorlesungen an Universitäten.

"Der andere Hauptakteur ist das seit 2014 bestehende "China-fokussierte" regionale Medien-Outlet Kina-Danas, das Pekings Agenda widerspiegelt und als regionales Medien-Outlet fungiert.

Die Geschichten konzentrieren sich auf chinesische Wirtschaftsprojekte, obwohl chinesische Unternehmen normalerweise nicht viel mit den Medien kommunizieren.

In Bulgarien verbreitet die Bulgarian Telegraph Agency oft die "Bildinhalte" von Xinhua, so der Bericht.

Ein weiteres chinesisches Blatt, das seit Jahrzehnten in Sofia präsent ist und über ein eigenes lokales Netzwerk verfügt, ist Economic Daily. Das Nachrichtenportal 24 Hours hat ein Segment geschaffen, das komplett auf chinesischen Quellen und Inhalten basiert, genannt Focus China. Verschiedene Portale, die Ansichten aus Peking präsentieren, werden derzeit im Land erstellt.

Die offizielle Zusammenarbeit Kroatiens mit chinesischen Medien ist dünn und "die Hauptplattform für die Kooperation sind jährliche Studienbesuche für kroatische Journalisten", heißt es in dem Bericht.

Die verstärkte Berichterstattung der lokalen Medien über China konzentriert sich auf einzelne Projekte oder die chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Das zweiwöchentlich erscheinende Magazin Globus hat eine Beilage zu China und es gibt inoffizielle Berichte über die gescheiterten Versuche chinesischer Unternehmen, kroatische Medienorganisationen zu übernehmen.

Im Kosovo schafft die Nicht-Anerkennung der Staatlichkeit Chinas dort "extrem begrenzten Raum für Interaktion", aber das Pekinger Verbindungsbüro, obwohl kaum wahrnehmbar, verstärkt seine Aktivitäten. Die lokale Berichterstattung konzentriert sich hauptsächlich auf die serbisch-chinesischen Beziehungen und auf die Nicht-Anerkennung des Kosovo.

Auch die Medienpräsenz Chinas in Montenegro ist dünn. Chinesische Medien stellen den lokalen Medien kostenlose Inhalte zur Verfügung, die von den meisten Journalisten als minderwertig angesehen werden. Über montenegrinische Ereignisse berichtet der Korrespondent von Xinhua in Belgrad.

Die Berichterstattung über Entwicklungen in China nimmt auch in Nord-Mazedonien zu, obwohl "die meisten Nachrichten über die Wirtschaft sind, sich auf laufende oder potenzielle bilaterale Projekte beziehen und sachlich bleiben" und oft nur Übersetzungen westlicher Medienberichte sind.

Im Jahr 2016 unterzeichnete das Informationsbüro des chinesischen Staatsrats ein Kooperationsabkommen mit dem serbischen Kulturministerium, das die "Medienzusammenarbeit auf institutioneller Ebene" intensivierte.

Nachrichten in Serbien über China sind oft sehr positiv, wobei "alle Projekte ... als Investitionen dargestellt werden, während sie in den meisten Fällen über Kredite finanziert werden", stellt der Bericht fest. Die Berichterstattung über die Aktivitäten der chinesischen Botschaft wird hauptsächlich vom serbischen Staat gesteuert, und "kritische Medien werden sichtlich auf Distanz gehalten".

Übersetzt aqus Balkan In Sight


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