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Dreiste und plumpe Selbstbedienung: die SPD und ihre AWO

Deutschland
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Anfänglich ging es um offenkundige Fehlleistung des Ehepaars Richter, die sich Geschäftsführung der AWO Wiesbaden und Frankfurt teilten. Immer tiefer stecken jedoch SPD-Oberbürgermeister Peter Feldmann und weitere SPD-Politiker im Sumpf.

Immer wieder kommen neue Skandale in der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt Wiesbaden und mittlerweile im Landesverband Hessen ans Licht. Es klingt wie eine Parodie: Jaguar-Dienstwagen für Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Gehälter von bis zu einer halben Million jährlich, Supergehälter für die Ehefrau des Oberbürgermeisters, Geschäftsführer, die sich vom Ehepartner „kontrollieren“ lassen, so wie sie umgekehrt ihn „kontrollieren“; dazu jede Menge Freunde und Familienmitglieder, die  freigiebig am Beutemachen beteiligt werden.

Am Dienstagmorgen kam es deswegen zu Hausdurchsuchungen in 14 Wohnungen und Büros der AWO. Selbst der Rathaus-nahen FAZ war die Verschleppung etwas zu lang geworden: „Warum erst jetzt“, stellte sie die Frage und konstatiert: „Die Anzeige, die den Anlass dazu gab, stammt aus dem Juni. Und die Annahme, die AWO-Führung habe möglicherweise belastendes Material ein halbes Jahr brav im Karton aufbewahrt, ist doch arg treuherzig.“

Ganz Frankfurt scheint eine treuherzige Stadt zu sein – mittlerweile wird ein gigantisches Netzwerk von Wohlfahrts- und Parteifunktionären, Wirtschaftsprüfern, Bundes- und Landtagsabgeordneten, Privatfirmen, Stadtverordneten, Stadtverwaltung sichtbar, das gewaltige Summen an öffentlichen Mitteln in die eigenen Taschen lenkte, sich deckte, Geld und Gebäude oder sich einfach mit iPads und iPhones zu Weihnachten bediente. 

Laut Hessenschau schätzt die Staatsanwaltschaft den Schaden für die Stadt Frankfurt sechsstellig ein. Informationen von TE deuten darauf hin, dass es um Millionenbeträge gehen könnte, die über Jahre hinweg aus öffentlichen Kassen oder direkt aus Substanz und Spendenaufkommen der AWO abgegriffen wurden. Der Schaden für den Steuerzahler ist enorm – aber noch verblüffender ist: Die Plünderung der Kassen geschah auf unglaublich dreiste und plumpe Art; die Aufarbeitung wird gebremst, der Oberbürgermeister steht bis zum Hals im Sumpf – und nichts geschieht. Es ist ein Vorgang, den man nicht für möglich hält – bis man die Akten aufblättert.

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