Greifswald - Wenn die Polizei sich langweilt, werden die Geschichten bunt

Grundgesetz
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Die heroische Tat einer Polizeistreife, ein Fahrzeug mit der Begründung anzuhalten, das über gefühlte 50 m Luftlinie gesehen worden sein soll, dass der Gurt nicht vorschriftsmäßig auf der Schulter lag. Also schwarzer Gurt auf schwarzer Kleidung und dann mit Adleraugen und viel Phantasie eine Begründung zusammengestellt, die jetzt in Willkür ausartet.

Auf den korrekten Sachverhalt angeschrieben, ändern die Polizisten ihre Geschichte in " der Gurt war jetzt unter dem Arm" ab. Der berechtigte Widerspruch wird natürlich abgewürgt, er wird einfach nicht beachtet. Interessant ist hier, dass der Familienname explizit in Großbuchstaben geschrieben wurde, während der gesamte Text in normaler Schreibweise abgefasst wurde.

Das Schreiben des Familiennamens in Großbuchstaben, bedeutet nichts anderes, dass Sie sich in der Rechtsstellung der juristischen Person befinden und auch so behandelt werden. Einspruch zwecklos. Das Capitus Diminutio Maxima ist das Kennzeichen, das Sie alle Bürgerrechte und Familienrechte abgetreten haben. Lustig wird es, wenn Sie sich jetzt einmal Ihren Personalausweis anschauen, da wird nicht nur der Familienname in Großbuchstaben geschrieben, sondern auch der Familienname in "Name" gekürzt.

 

Bild: Pixabay


Meine Frau hat Angesichts dieser Dreistigkeit und in Ermangelung greifbarer Polizisten mir deutlich gemacht, wie die Einschätzung solch eines gesellschaftlichen Fehlverhaltens zu beschreiben ist.


Frau Mustermann, ich erspare mir jegliche geheuchelte Anrede,

schämen Sie sich eigentlich nicht, diese dreiste Abzocke Ihrer Polizeibeamten zu unterstützen? Ich bin Mutter von 4 Kindern und habe seit über 25 Jahren einen Führerschein und habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Noch niemals zuvor ist mir so etwas passiert wie kurz nach Weihnachten letzten Jahres in Ihrer Stadt. Hatten die Herren Langeweile,  waren sie frustiert oder warum werde ich im Beisein meiner Kinder zu Unrecht beschuldigt, nicht angeschnallt zu sein?

Es werden mir Dinge unterstellt, die nicht stattgefunden haben. Ich als Mutter werde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Gut, dass meine Söhne im Auto geblieben sind und sich das nicht anhören mussten. Da ich in Mecklenburg-Vorpommern geboren und aufgewachsen bin, kenne ich dies aus früheren, willkürlichen Zusammentreffen mit Beamten dieser Art, nur war ich dort nur Mitfahrer. Was läuft da bitteschön falsch? Ich habe jahrelang in den alten Bundesländern gewohnt, so etwas wäre dort nicht möglich gewesen.

Aber der Witz schlechthin: Wochen später bekomme ich ein Schreiben mit einer Verwarnung, dass ich nicht angeschnallt gewesen wäre. Auf meinen Widerspruch erfolgt eine Korrektur, dass der Gurt unter dem Arm gewesen wäre, weil ich angeblich Probleme mit der Schulter hätte. Mich würde tatsächlich sehr interessieren, mit wem diese Beamten das wohl besprochen haben wollen, ich wars definitiv nicht. Der Gurt war lediglich auf den Oberarm gerutscht  ...zumal noch hinzukommt, dass ich eine schwarze Jacke mit Kapuze trug und der Polizeiwagen seitlich an einer Kreuzung stand und zwischen uns mindestens 2 oder 3 Fahrspuren lagen. Was will er also gesehen haben?

Ich bin entsetzt und erschüttert über diese Willkür und keinerlei Erkenntnis Ihrerseits.  Aber diese Abzocke ist wahrscheinlich in Ihrer Stadt Programm und fest eingeplant, die Kassen zu füllen. Läuft in meiner Heimatstadt Stralsund seit Jahrzehnten so ...

Sie sollten sich schämen, einer Mutter dieses Geld unberechtigt abzunehmen, dies hätte ich lieber meinen Kindern gegönnt. Denn wie Sie vielleicht wissen,  schwimmt man als Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern zumeist nicht im Geld.
Da ich aber bei Ihnen keinerlei Einsicht erkennen kann und ich als verantwortungsvolle Mutter diese Albernheit nicht vor ein Gericht treiben werde, habe ich Ihnen die 30,- € Abzockgebühr überwiesen.

Enttäuschte Grüße
Kathleen B a u m a n n

PS: Ich fordere Sie auf, zukünftig meinen Namen mit großem Anfangsbuchstaben und dann klein und den Familiennamen in Sperrschrift zu schreiben.